Südwesten · Guelmim-Oued Noun
Sidi Ifni
29° 23′ N · 10° 10′ W
Sidi Ifni liegt an der Atlantikküste rund 170 Kilometer südlich von Agadir; ihr Hafen dient vor allem der Fischerei. 2024 zählte die Stadt 22 696 Einwohner.
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Lage
Sidi Ifni liegt an der Atlantikküste, rund 170 Kilometer südlich von Agadir. Die Küste ist hier auf ganzer Länge von hohen Kliffs gesäumt, vor denen eine kaum passierbare Brandung steht. Die Stadt wurde am linken Ufer des Assif Ifni angelegt: In seiner Mündung ließen sich Boote auf den Strand ziehen, und die alte Brandungsplattform war an dieser Stelle breit genug für einen Flugplatz.
2024 zählte die Gemeinde Sidi Ifni 22 696 Einwohner, die gleichnamige Provinz 104 601. In der Gliederung des Königreichs ist Sidi Ifni seit dem Dekret Nr. 2-09-319 vom 11. Juni 2009 eine eigene Provinz, seit 2015 gehört sie zur Region Guelmim-Oued Noun. Nur 34 Prozent der Bewohner der Provinz leben in Städten, das ist der niedrigste Anteil in der Region.
Kultur
Stadt und Umland sind das Gebiet des Berberstammes der Aït Baâmrane (Aït-Bou-Amrane). Im Alltag sprechen 86,3 Prozent der Bewohner der Provinz Tachelhit und 46,7 Prozent Darija; in der Provinz Guelmim ist Tachelhit mit 45,7 Prozent deutlich seltener.
Geschichte
Die Stadt ist nach den Grundsätzen spanischer Kolonialplanung angelegt: schnurgerade Straßen, die strahlenförmig von einem Platz mit öffentlichen Gebäuden ausgehen. Später erhielt die Stadt eine Seilbahn, über die vor der Küste ankernde Schiffe entladen wurden; der Flugplatz wurde modernisiert und seine Pisten verlängert, und am rechten Ufer des Assif Ifni entstanden Neubauten. Mit einem Abkommen, das am 4. Januar 1969 in Fès unterzeichnet wurde, kam das Gebiet an Marokko zurück, die Stadt selbst am 30. Juni 1969.
Wirtschaft
Der Hafen ist seit 1989 in Betrieb und wurde mehrfach erweitert, am stärksten bei einem Ausbau, der 2002 abgeschlossen war; im Mai 2006 ging er an die damalige Hafenbehörde ODEP über. Seine Schutzbauten sind 2340 Meter lang. An 400 Metern Kai liegen die Schiffe bei 4 bis 5 Metern Wassertiefe, dazu kommt ein schwimmender Anleger von 100 Metern für die handwerkliche Fischerei; das Hafengelände umfasst 35 Hektar Land und 17 Hektar Wasserfläche.
Die Fischerei ist die wichtigste Tätigkeit im Hafen und nach Angaben der Hafenbehörde die Haupteinnahmequelle der Stadt. Zur Küstenfischerei gehören Sardinenkutter, Trawler und Langleinenschiffe; dazu kommt die handwerkliche Fischerei mit rund 350 Booten.
Natur
Das Bergland um Ifni bedeckt eine dichte Steppe aus Euphorbien, darunter die kissenförmige Euphorbia echinus und die baumförmige Euphorbia regis-jubae; einzelne Arganbäume stehen auf den Feldern. Gerste ist das einzige Getreide. Mandel-, Aprikosen- und Feigenbäume wachsen oft auf Terrassen, die von Trockenmauern gestützt werden, und die Ziegenhaltung überwiegt.
Klima
Das Klima ist arid. Zu rund 100 Millimetern Regen im Jahr kommen nach Schätzung der Encyclopédie berbère etwa 120 Millimeter aus Nebel, der durch das kühle Wasser des Kanarenstroms entsteht und die Küste auf 5 bis 10 Kilometern Breite bedeckt. Der Passat bringt feuchte Luft, gemäßigte Temperaturen und geringe Schwankungen zwischen Tag und Nacht. Die nächstgelegene Station mit WMO-Klimanormalen liegt in Guelmim im Landesinneren; dort fallen im Mittel 119 Millimeter Niederschlag im Jahr.
In Kürze
- Region
- Guelmim-Oued Noun
- Provinz
- Sidi Ifni, 104 601 Einwohner (2024)
- Einwohner
- 22 696 (2024)
- Sprachen
- Tachelhit 86,3 %, Darija 46,7 % der Provinzbevölkerung (2024)
- Hafen
- Fischereihafen, in Betrieb seit 1989
Monate mit mildem Klima
Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Oktober, November, Dezember. Monate mit mittleren Tageshöchstwerten zwischen 17 und 30 °C und weniger als 60 mm Niederschlag; Guelmim (WMO 60280, 300 m, 1991–2020).
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Geprüft am 24. Okt. 2026. Jede Zahl im Text öffnet ihre Quelle.