
Süden · Souss-Massa
Agadir
auch Agadir Ighir
30° 26′ N · 9° 36′ W
Hafenstadt an einer Atlantikbucht nördlich des Oued Souss, nach dem Erdbeben von 1960 neu aufgebaut.
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Lage
Agadir liegt an einer weiten Atlantikbucht nördlich der Mündung des Oued Souss; über dem Hafen erhebt sich der 236 Meter hohe Hügel der Kasbah. Der Hafen selbst liegt 35 Kilometer südlich des Kap Ghir. 2024 zählte die Gemeinde Agadir 504 768 Einwohner und war damit die größte Gemeinde der Region Souss-Massa.
Geschichte
Der Name stammt aus dem Taschelhit: Ein agadir, in der Mehrzahl igudar, ist ein befestigter Gemeinschaftsspeicher, in dem jede Familie eine eigene verschließbare Kammer für ihre Ernte hat. Viele Dörfer und kleine Städte im Süden Marokkos tragen diesen Namen.
1505 entstand an einer Quelle unterhalb des Hügels eine kleine portugiesische Fischereisiedlung; nach dieser Quelle heißt das Viertel Founti. 1541 ging der Ort an die Saadier. Sultan Moulay Abdallah ließ 1572 die Befestigung auf dem Hügel zur Kasbah ausbauen, und bis 1637 war Agadir der Hafen der Saadier, über den vor allem Zucker aus dem Souss verschifft wurde. 1746 richteten niederländische Kaufleute am Fuß der Kasbah ein Kontor ein.
Als Sultan Sidi Mohammed ben Abdallah den Handel in Mogador, dem heutigen Essaouira, zusammenzog, wurde der Hafen von Agadir geschlossen, 1765 nach der einen, 1767 nach der anderen Quelle. Ab 1917 diente die Bucht wieder als Schutzhafen der Fischereiflotte, der große moderne Hafen war 1953 fertig.
Am 29. Februar 1960 um 23.41 Uhr zerstörte ein Erdbeben der Magnitude 5,7 den größten Teil der Stadt. Rund 80 Prozent der Gebäude stürzten ein, die Zahl der Toten wird auf 15 000 bis 18 000 geschätzt. Die Kasbah wurde zu mehr als 90 Prozent zerstört; nur ihre Südmauer blieb stehen.
König Mohammed V. verkündete am 3. März 1960, dass Agadir wieder aufgebaut werde. Nach einer Notphase in den Jahren 1960–1961 entstand eine neu geplante Stadt, deren Wiederaufbau 1966 abgeschlossen war.
Bauwerke
Die Kasbah Agadir Oufella ist durch Dahire von 1932 und 1944 als historisches Denkmal geschützt und wird im Rahmen des Stadtentwicklungsprogramms 2020–2024 wiederhergestellt. Eine Seilbahn, die erste Marokkos, führt in sechs Minuten über 1 700 Meter aus der Stadt zur Kasbah hinauf.
Wirtschaft
Der Hafen vereint Fischerei-, Handels- und Sportboothafen und ist der Ausgang für die Erzeugnisse der Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie der Souss-Massa-Ebene. Der Souk El Had, der große Markt der Stadt, bedeckt mehr als 13 Hektar mit rund 3 000 Geschäften hinter einer sechs Meter hohen Mauer mit 13 Toren.
Natur
Im Hinterland liegt die Arganeraie, seit 1998 Biosphärenreservat der UNESCO mit knapp 2,5 Millionen Hektar zwischen Hohem Atlas, Antiatlas und Atlantik. Das Wissen um den Arganbaum und die Gewinnung des Öls, das vor allem Frauen weitergeben, steht seit 2014 auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Seit 2021 ist der 10. Mai der Internationale Tag des Arganbaums.
Anreise und Verkehr
Der Flughafen Agadir-Al Massira ist nach dem Verkehr der drittgrößte Marokkos: Von Januar bis November 2024 zählte er mehr als 2,8 Millionen Fluggäste, und seine Kapazität soll von 2,6 auf 7 Millionen im Jahr wachsen. Der Hafen ist über die Autobahn von Marrakesch nach Agadir mit dem Landesinneren verbunden.
In Kürze
- Region
- Souss-Massa
- Präfektur
- Agadir-Ida-Ou-Tanane
- Einwohner
- 504 768 (2024)
- Kasbah
- Agadir Oufella, 1572 ausgebaut
- Flughafen
- Agadir-Al Massira
Monate mit mildem Klima
Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember. Monate mit mittleren Tageshöchstwerten zwischen 17 und 30 °C und weniger als 60 mm Niederschlag; Agadir-Inezgane (WMO 60250, 23 m, 1991–2020).
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Geprüft am 24. Okt. 2026. Jede Zahl im Text öffnet ihre Quelle.