Osten · Oriental
Jerada
34° 19′ N · 2° 10′ W
Jerada wuchs um ein Anthrazitvorkommen, das von 1930 an abgebaut wurde. Die Stadt ist Hauptort der gleichnamigen Provinz und zählte 2024 41 014 Einwohner.
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Lage
Jerada ist eine Stadtgemeinde der Region Oriental und Hauptort der Provinz Jerada. Provinz ist Jerada seit 1994. Die Stadt liegt in einem Gebirgsriegel zwischen der Ebene von Oujda, die rund 550 Meter hoch liegt, und den Hochplateaus im Süden, die sich bei etwa 1000 Metern halten. Dieser Riegel ist im Mittel 1300 Meter hoch und 25 Kilometer breit; sein höchster Punkt ist der Djebel Ben Keltoum mit 1667 Metern.
Geschichte
Schon 1908 meldete der Geologe Louis Gentil Ausbisse von Karbongestein im Osten des Landes; 1927 wiesen Ingenieure der belgischen Gesellschaft Ougrée-Marihaye ein abbauwürdiges Steinkohlebecken nach. Im Dezember 1928 wurde das Bureau de Recherches et de Participations Minières gegründet, und 1930 bündelte die Société Chérifienne des Charbonnages de Djerada die Interessen; der Staat hielt ein Drittel der Aktien, Ougrée-Marihaye die Mehrheit. Ende 1930 hatte die Mine 832 Tonnen Anthrazit gefördert.
Wasser für die Kohlenwäsche fand man in Guenfouda, rund 20 Kilometer von der Mine; dort entstand 1936 eine Sortier- und Waschanlage für 65 Tonnen in der Stunde. Guenfouda lag an Straße und Bahn von Oujda nach Bou Arfa; von 1931 bis 1934 baute man zwischen Mine und Guenfouda eine 22 Kilometer lange Seilbahn, die rund 80 Tonnen in der Stunde beförderte. 1938 erreichte die Förderung 135 000 Tonnen.
Ab Dezember 1946 führten die Charbonnages Nord-Africains den Betrieb, eine gemischtwirtschaftliche Gesellschaft mit überwiegend staatlichem Kapital. Ihre Förderung verfünffachte sich von 102 000 Tonnen 1943 auf 565 000 Tonnen 1953. Der Schwerpunkt verlagerte sich in das Südbecken bei Hassi Bellal: Ein neuer Schacht reichte 459 Meter tief, eine Waschanlage verarbeitete 250 Tonnen in der Stunde, und eine 45 Kilometer lange Zweigbahn mit sieben Tunneln verband die Anlagen mit Guenfouda; seit 1952 arbeitete die neue Ausrüstung.
Knibiehler bezifferte 1956 die Vorräte auf 100 Millionen Tonnen Anthrazit mit einem Heizwert von 7500 bis 8000 Kilokalorien je Kilogramm; es war das einzige Kohlevorkommen Marokkos. 1954 beschäftigte das Unternehmen rund 4800 Männer, und rund 25 000 Menschen lebten von ihm.
Zuletzt betrieb die Gesellschaft Charbonnages du Maroc die Gruben; 1998 wurden sie geschlossen. In seinen stärksten Jahren hatte das Vorkommen bis zu 700 000 Tonnen im Jahr geliefert.
Heute
Bei der Volkszählung 2024 zählte Jerada 41 014 Einwohner in 10 141 Haushalten. 2014 waren es 43 506 gewesen. Die Provinz Jerada mit 103 527 Einwohnern gehört zu den fünf Provinzen der Region, deren Bevölkerung zwischen 2014 und 2024 abnahm, im Mittel um 0,49 Prozent im Jahr. Zur Provinz gehört auch die Stadt Aïn Bni Mathar mit 15 488 Einwohnern.
Wirtschaft
In Jerada steht ein Wärmekraftwerk des ONEE: Die alte Anlage war seit 1971 in Betrieb, seit 2017 arbeitet daneben ein neues Kraftwerk mit 350 Megawatt installierter Leistung, gebaut von der chinesischen Firma SEPCO III für rund drei Milliarden Dirham. 2023 leitete das ONEE mit einer Ausschreibung für die Planung den Rückbau der alten Anlage ein.
In Kürze
- Region
- Oriental
- Provinz
- Jerada, 103 527 Einwohner (2024)
- Einwohner
- 41 014 (2024)
- Gebirge
- im Mittel 1300 m, Djebel Ben Keltoum 1667 m
- Bergbau
- Anthrazit, Abbau 1930–1998
- Kraftwerk
- 350 MW, seit 2017
Monate mit mildem Klima
Februar, März, April, Mai, Oktober, November, Dezember. Monate mit mittleren Tageshöchstwerten zwischen 17 und 30 °C und weniger als 60 mm Niederschlag; Oujda (WMO 60115, 465 m, 1991–2020).
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Geprüft am 24. Okt. 2026. Jede Zahl im Text öffnet ihre Quelle.