Mitte · Marrakesch-Safi
Essaouira
auch Mogador, Taswirt
31° 31′ N · 9° 46′ W
Essaouira wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts als befestigte Hafenstadt nach europäischem Vorbild angelegt; seit 2001 ist die Medina Welterbe.
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Lage
Essaouira gehört zur gleichnamigen Provinz in der Region Marrakesch-Safi. 2024 zählte die Gemeinde 82 962 Einwohner, die Provinz 426 719.
Geschichte
Die Stadt ist eine späte Gründung: Der alawidische Sultan Sidi Mohammed ben Abdallah (1757–1790) wollte hier einen königlichen Hafen und das führende Handelszentrum des Landes schaffen. Den Plan entwarf ein französischer Architekt, geprägt von den Festungsbauten Vaubans in Saint-Malo; nach der französischen Wikipedia war es Théodore Cornut, den der Sultan um 1764 berief und dessen Stadtplan von 1767 heute in der Bibliothèque nationale de France liegt.
Der frühere Name Mogador wird auf das phönizische Wort Migdol zurückgeführt, kleine Festung. Die Mauer folgt dem Vorbild Vaubans, gebaut ist die Stadt aus einem örtlichen Stein, dem Manjour. 2001 nahm das Welterbekomitee die Medina nach den Kriterien ii und iv in die Liste auf; das geschützte Gebiet umfasst 56,7 Hektar.
Damit sich der Handel des Südens in Essaouira sammelte, wurde der Hafen von Agadir geschlossen, 1765 oder 1767; die Quellen nennen beide Jahre. Das Hafentor Bab el-Marsa errichtete 1769 bis 1770 Ahmed El Inglizi, ein zum Islam übergetretener Engländer. Als Hafen von Timbuktu verband die Stadt Ende des 18. und im 19. Jahrhundert Marokko und das Afrika südlich der Sahara mit Europa.
Von Anfang an lebten hier Amazigh, Araber, Afrikaner und Europäer zusammen, Muslime, Christen und Juden. 1807 ließ Sultan Moulay Slimane einen eigenen jüdischen Stadtteil, den Mellah, anlegen, weil die Kasbah zu eng geworden war. Zum Handwerk der Stadt gehören Arbeiten aus Thujaholz.
Natur
Vor der Küste liegt das Archipel von Mogador, das die UNESCO als untrennbar von der Medina beschreibt. Auf der Insel fand man phönizische Gegenstände; um die Zeitenwende ließ der mauretanische König Juba II. dort Purpurfarbstoff aus Meeresschnecken gewinnen. Seit dem 15. Januar 2005 sind Archipel und Dünen als Ramsar-Gebiet Nr. 1469 geschützt, heute auf 1520 Hektar. Es ist das größte Küstenarchipel an Marokkos Atlantikküste und Lebensraum des Eleonorenfalken.
Klima
Das Klima ist ausgeglichen: Die mittlere Tageshöchsttemperatur liegt im Januar bei 18,4 °C und erreicht im September mit 22,6 °C ihren höchsten Wert; im Jahr fallen knapp 300 Millimeter Niederschlag, im Juli im Mittel keiner. Die Stadt liegt im Einfluss des Kanarenstroms und der Passatwinde und trägt deshalb den Beinamen Stadt der Passate.
Kultur
Die Musik der Gnawa steht seit 2019 auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes. Ihre Wurzeln reichen mindestens ins 16. Jahrhundert; in den Städten gehören dazu nächtliche Zeremonien mit Saiteninstrument und Kastagnetten, auf dem Land gemeinsame Mahlzeiten zu Ehren von Heiligen. Essaouira richtet seit fast drei Jahrzehnten ein Gnaoua-Festival aus; die 27. Ausgabe vom 25. bis 27. Juni 2026 brachte 460 Künstlerinnen und Künstler in die Stadt.
Anreise und Verkehr
Der Flughafen Essaouira-Mogador liegt etwa 16 Kilometer südöstlich der Stadt, wurde 1998 eingeweiht und ist seit Juni 1999 in Betrieb. 2025 zählte er nach Angaben der ONDA 310 436 Passagiere, 34,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
In Kürze
- Region
- Marrakesch-Safi, Provinz Essaouira
- Einwohner
- 82 962 in der Gemeinde, 426 719 in der Provinz (2024)
- Angelegt
- unter Sultan Sidi Mohammed ben Abdallah (1757–1790)
- Welterbe
- Medina von Essaouira, seit 2001
- Ramsar-Gebiet
- Archipel und Dünen von Essaouira, seit 2005
- Flughafen
- Essaouira-Mogador, 310 436 Passagiere (2025)
Monate mit mildem Klima
Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember. Monate mit mittleren Tageshöchstwerten zwischen 17 und 30 °C und weniger als 60 mm Niederschlag; Essaouira (WMO 60220, 7 m, 1991–2020).
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Geprüft am 24. Okt. 2026. Jede Zahl im Text öffnet ihre Quelle.