Südosten · Drâa-Tafilalet
Boumalne Dadès
auch Boumalne
31° 22′ N · 5° 59′ W
Boumalne Dadès ist eine Stadtgemeinde der Provinz Tinghir in der Region Drâa-Tafilalet und zählte 2024 12 391 Einwohner. Zwischen Boumalne und M'semrir hat sich der Dadès in eine rund fünf Kilometer lange und über 200 Meter tiefe Schlucht aus Kalkstein des Unterjura eingeschnitten.
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Lage
Boumalne Dadès ist eine Stadtgemeinde der Provinz Tinghir in der Region Drâa-Tafilalet. Die Provinz Tinghir entstand durch ein Dekret vom 11. Juni 2009. Bei der Volkszählung 2024 zählte Boumalne Dadès 12 391 Einwohner in 2769 Haushalten, die Provinz 323 805.
Nach der Stadt ist ein Kreis benannt, der die Gemeinden Aït Sedrate Jbel Soufla, Aït Sedrate Jbel El Oulia, Aït Youl, Ikniouen, M'semrir und Tilmi umfasst; zusammen zählten sie 2024 52 970 Einwohner.
Geschichte
Im Dekret vom 2. Dezember 1959, das die Gemeinden des Königreichs festlegte, erscheint Boumalne als Gemeinde des Kreises Boumalne-du-Dadès in der damaligen Provinz Ouarzazate; zu diesem Kreis gehörten unter anderem Msemrir, Tilmi, Tinerhir, Iknioun, Souk-Khemis-du-Dadès und El-Kelâa-des-Mgouna. In der Protektoratszeit war Boumalne Sitz des Kreises Dadès-Todgha, und die Nationalstraße 10 von Ouarzazate nach Errachidia verband die Stadt mit Kelâat M'Gouna und Tinghir. Heute verbinden Sammeltaxis und Kleinbusse die umliegenden Dörfer mit Boumalne, Tinghir und Kelâat M'Gouna.
Nach ihrer mündlichen Überlieferung lebten die Ayt Hadiddou, zu deren Land der obere Dadès gehört, im 11. Jahrhundert in der Umgebung von Boumalne-du-Dadès.
Natur
Der Dadès entspringt im Hohen Atlas auf 2800 bis 3400 Metern und erreicht das Becken von Ouarzazate auf etwa 1550 Metern. Zwischen M'semrir und Boumalne durchquert er einen Falten- und Überschiebungsgürtel aus marinen Kalk- und Tonsteinen des Jura, den Ablagerungen eines mesozoischen Grabensystems; im Oberlauf hat er sich in stark gewundenen Canyons mehr als 100 Meter tief eingeschnitten.
Zwei Schluchten sind besonders markant. Am Tarhia n'Dadès durchbricht der Fluss auf einem halben Kilometer einen Rücken aus Kalkstein des Unterjura, 150 Meter tief und 20 bis 50 Meter breit. Weiter flussab hat er sich in tektonisch verdickte Kalksteine des Unterjura die eigentliche Dadès-Schlucht gegraben: rund 5 Kilometer lang, mehr als 200 Meter tief und 20 bis 100 Meter breit. Danach tritt er in das Becken der Aït Sedratt, in dem Konglomerate aus Pliozän und Quartär liegen.
Der Dadès führt ganzjährig Wasser, im Tagesmittel 33,3 Kubikmeter je Sekunde, mit jahreszeitlichen Schwankungen, die von den Winter- und Frühjahrsniederschlägen an der Wasserscheide abhängen. Der Jahresniederschlag nimmt flussab von etwa 200 Millimetern bei M'semrir auf 150 Millimeter bei Boumalne ab. Im Becken von Ouarzazate verstärken Zuflüsse vom Südhang des Hohen Atlas den Fluss, darunter der Assif M'goun.
Wirtschaft
Boumalne Dadès gehört zum Gebiet der Ursprungsbezeichnung „Rose de Kelâat M'Gouna-Dadès“, die ein Erlass des Landwirtschaftsministers vom 27. Mai 2011 anerkannte. Es umfasst die Stadtgemeinden Kelâat M'Gouna und Boumalne Dadès sowie die Landgemeinden Aït Sedrate Sahel Gharbia, Aït Sedrate Sahel Charkia, Aït Ouassif, Souk Lekhmis und Ighil N'Oumgoun; geschützt ist die Sorte Rosa damascena.
Klima
Die Klimawerte stammen von der Wetterstation Ouarzazate auf 1136 Metern. Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 fielen dort 115 Millimeter Niederschlag im Jahr; die mittlere Tageshöchsttemperatur reichte von 17,3 °C im Januar bis 38,8 °C im Juli.
In Kürze
- Region
- Drâa-Tafilalet
- Provinz
- Tinghir, seit 2009; 323 805 Einwohner (2024)
- Einwohner
- 12 391 in 2769 Haushalten (2024)
- Kreis Boumalne-Dadès
- sechs Gemeinden, 52 970 Einwohner (2024)
- Dadès-Schlucht
- rund 5 km lang, über 200 m tief
- Ursprungsbezeichnung
- Rose de Kelâat M'Gouna-Dadès, seit 2011
Monate mit mildem Klima
Januar, Februar, März, April, Oktober, November, Dezember. Monate mit mittleren Tageshöchstwerten zwischen 17 und 30 °C und weniger als 60 mm Niederschlag; Ouarzazate (WMO 60265, 1136 m, 1991–2020).
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