Atlantik · Rabat-Salé-Kénitra
Kenitra
auch Kénitra
34° 16′ N · 6° 35′ W
Stadt am Sebou, 14 Kilometer nordöstlich des Ramsar-Gebiets Sidi Boughaba und Endpunkt der Hochgeschwindigkeitsstrecke aus Tanger.
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Lage
Kénitra liegt am Südufer des Sebou, 12 Kilometer vor seiner Mündung in den Atlantik bei Mehdia. Die Gemeinde zählte 2024 genau 507 736 Einwohner; die Provinz Kénitra kam auf 1 284 247.
Geschichte
Die heutige Stadt wurde ab 1912 angelegt, 1932 erhielt sie den Namen Port-Lyautey, im März 1956 wieder ihren alten Namen. Er kommt vom arabischen Qnitra, „kleine Brücke“, nach einem Steg über einen Wasserlauf oberhalb der Kasbah.
Mehdia an der Sebou-Mündung zählte 2024 als eigene Gemeinde 58 558 Einwohner. Der Ort hieß früher al-Mamura; 1515 nahmen ihn die Portugiesen, von 1614 bis 1681 stand er als La Mamora unter spanischer Herrschaft, bis Moulay Ismail ihn zurückgewann.
Natur
Das Schutzgebiet Sidi Boughaba umfasst 650 Hektar; Kénitra liegt 14 Kilometer nordöstlich. Der See in einem Wald aus Phönizischem Wacholder ist eine der wenigen dauerhaften natürlichen Süßwasserflächen an der Nordwestküste Marokkos. Er wird vom Grundwasser gespeist, hat keinen Abfluss zum Meer und ist zwischen 0,5 Metern im Süden und 2,5 Metern im Norden tief.
Auf der Artenliste des Ramsar-Blatts stehen Marmelente, Löffler, Fischadler, Kammblässhuhn und Purpurhuhn. Die Marmelente war der Grund für die Aufnahme in die Ramsar-Liste im Jahr 1980. Am See dient ein Ökomuseum der Umweltbildung.
Wirtschaft
2019 nahm Stellantis in Kénitra sein erstes Werk in Marokko in Betrieb, gebaut für knapp 600 Millionen Euro. Dort entstehen der Peugeot 208 und elektrische Leichtfahrzeuge wie Citroën Ami, Fiat Topolino und Opel Rocks. Mit einer Erweiterung für 300 Millionen Euro soll die Kapazität auf 450 000 Fahrzeuge im Jahr steigen.
Anreise und Verkehr
Der Schnellzug Al Boraq, am 15. November 2018 eingeweiht, verbindet Tanger mit Casablanca und hält in Kénitra. In Kénitra bestehen Anschlüsse nach Meknès, Fès, Taza, Oujda und Nador. Auf der Neubaustrecke zwischen Tanger und Kénitra fährt der Zug planmäßig 320 km/h; bei einer Testfahrt am 4. Mai 2018 erreichte er dort 357 km/h.
Am 24. April 2025 begann der Bau der Schnellfahrstrecke Kénitra–Marrakesch, die die Linie aus Tanger um 430 Kilometer verlängert. Auf der Straße ist Kénitra über die Autobahn A5 erreichbar: Der Abschnitt Rabat–Kénitra ist seit 1995 befahrbar, der Abschnitt nach Larache seit 1996, mit den Anschlussstellen Kénitra Nord, El Massira und Kénitra Centre.
In Kürze
- Region
- Rabat-Salé-Kénitra
- Einwohner
- 507 736 (Gemeinde, 2024)
- Ramsar-Gebiet
- Sidi Boughaba, 650 Hektar
- Bahn
- Al Boraq ab Kénitra
Monate mit mildem Klima
Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober. Monate mit mittleren Tageshöchstwerten zwischen 17 und 30 °C und weniger als 60 mm Niederschlag; Kénitra (WMO 60120, 5 m, 1991–2020).
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