
Atlantik · Rabat-Salé-Kénitra
Rabat
auch Ribat, الرباط
34° 01′ N · 6° 50′ W
Hauptstadt des Königreichs und seit 2012 Welterbe: eine Neustadt aus der Zeit ab 1912 und eine Altstadt, deren Bauten bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen.
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Lage
Rabat liegt an der Atlantikküste im Nordwesten Marokkos. Von der Kasbah der Oudayas aus überblickt man die Medinas von Rabat und Salé, die Küste und die Mündung des Bou Regreg. Die Gemeinde Rabat zählte 2024 genau 509 916 Einwohner und gehört zur Region Rabat-Salé-Kénitra.
Bauwerke
2012 nahm die UNESCO Rabat nach den Kriterien ii und iv in die Welterbeliste auf; die geschützte Fläche umfasst 348,59 Hektar. Dazu gehören die zwischen 1912 und den 1930er Jahren angelegte Neustadt mit Verwaltungs- und Wohnvierteln und dem Jardin d'Essais sowie ältere Stadtteile, die teils auf das 12. Jahrhundert zurückgehen.
Die Hassan-Moschee ließ der Almohaden-Kalif Yaqub al-Mansur 1184 beginnen; gebaut wurde bis kurz vor seinem Tod 1199, vollendet wurde sie nie. Ihre Umfassungsmauern bilden ein Rechteck von 183,12 auf 139,32 Metern und umschließen 25 512 Quadratmeter. Das Minarett, der Hassan-Turm, hat 16,20 Meter Seitenlänge und ist heute 45,60 Meter hoch; geplant waren etwa 85 Meter.
Am Rand des Säulenfelds steht das Mausoleum Mohammed V., gebaut von 1961 bis 1969. 1971 wurde Mohammed V. hierher überführt; später kamen die Gräber von Moulay Abdallah (1983) und König Hassan II. (1999) hinzu. Eine zweite Kuppel gegenüber beherbergt auf 1 500 Quadratmetern ein Museum zur Geschichte der alawitischen Dynastie.
Die almohadische Stadtmauer entstand ebenfalls unter Yaqub al-Mansur und wurde wahrscheinlich 1197 fertig. Sie ist 5 189 Meter lang, umschließt 450 Hektar und wird von 74 Türmen verstärkt. Mit der Hassan-Moschee sind die Mauern und Tore das Einzige, was von der geplanten Hauptstadt der Almohaden geblieben ist.
Die Kasbah der Oudayas auf einem Felsvorsprung über der Flussmündung ist der älteste Kern des islamischen Rabat; Reste eines almoravidischen Forts wurden 2001 und 2002 freigelegt. Ihr Haupttor Bab Lakbir geht auf Yaqub al-Mansur zurück, die Moschee im Inneren wurde 1150 unter Abd al-Mumin gegründet. Ab 1609 siedelten sich hier aus Andalusien vertriebene Morisken an. Den Andalusischen Garten auf dem Gelände des früheren Méchouar entwarf Maurice Tranchant de Lunel.
Die frühere Fürstenresidenz in der Kasbah ist Museum. Seit dem 9. Januar 2023 zeigt dort das Nationalmuseum für Schmuck (Musée national de la parure) marokkanischen Schmuck, darunter Amazigh-Schmuck aus der Sammlung König Mohammeds VI. Das Musée Mohammed VI ist das erste Museum des Landes, das sich ganz der modernen und zeitgenössischen Kunst widmet; es bewahrt mehr als 500 Gemälde. Das Museum für Geschichte und Zivilisationen, 2017 neu eröffnet, zeigt Funde von der Vorgeschichte bis zur islamischen Zeit, darunter römische Bronzen aus Volubilis.
Chellah ist die antike Stadt Sala, die schon Plinius der Ältere und Pomponius Mela erwähnen; ausgegraben sind unter anderem mauretanische Tempel, ein Forum und ein Kapitol. Auf ihren Ruinen legte der Meriniden-Sultan Abu Yusuf Yaqub 1285 eine dynastische Grabstätte an. Abu al-Hasan erweiterte sie und umgab sie 1339 mit einer fünfeckigen Mauer, die 7 Hektar umschließt und 6 bis 7 Meter hoch ist.
Anreise und Verkehr
Der Schnellzug Al Boraq hält in Rabat Agdal auf der Strecke zwischen Casablanca und Tanger. Den neuen Bahnhof Rabat-Agdal mit 23 000 Quadratmetern Fläche weihte König Mohammed VI. am 17. November 2018 ein. Seit Mai 2011 verbindet eine Straßenbahn Rabat mit Salé; heute hat sie zwei Linien, 43 Haltestellen und 27 Kilometer Strecke. Der Flughafen Rabat-Salé hat keinen eigenen Bahnhof, der nächste liegt in Salé, 8 Kilometer entfernt.
In Kürze
- Region
- Rabat-Salé-Kénitra
- Einwohner
- 509 916 (Gemeinde, 2024)
- Welterbe
- seit 2012
- Bahn
- Al Boraq ab Rabat Agdal
Monate mit mildem Klima
April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober. Monate mit mittleren Tageshöchstwerten zwischen 17 und 30 °C und weniger als 60 mm Niederschlag; Rabat-Salé (WMO 60135, 75 m, 1991–2020).
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