Kaiserstädte · Fès-Meknès
Meknès
auch Meknes, Miknas
33° 54′ N · 5° 33′ W
Unter Sultan Moulay Ismail (1672–1727) wurde Meknès Hauptstadt und erhielt eine Residenzstadt mit bis zu 15 Meter hohen Mauern und monumentalen Toren; seit 1996 ist die historische Stadt Welterbe.
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Lage
Meknès liegt in der Saïss-Ebene zwischen dem Mittleren Atlas und dem Zerhoun-Massiv. Die Gemeinde zählte bei der Volkszählung 2024 551 503 Einwohner, die Präfektur Meknès 942 945. In der landesweiten Übersicht des Haut-Commissariat au Plan erscheint die Stadt mit rund 562 000 Einwohnern.
Geschichte
Die Almoraviden gründeten Meknès 1061 als befestigten Stützpunkt; der Name geht auf den Berberstamm der Meknassa zurück. Nach der ICOMOS-Bewertung hieß die Siedlung anfangs Tagrart, „Garnison“, und wuchs um die Nejjarine-Moschee, um die sich Märkte für Waffen, Holz- und Metallwaren bildeten. Unter den Almohaden wurde die Stadt erweitert; eine Inschrift belegt die Vergrößerung der Großen Moschee unter Muhammad an-Nasir (1199–1213), und Wasser aus der Quelle Tagma speiste Brunnen, Bäder und Moscheen.
Die Meriniden (1269–1374) bezogen die Vorstädte in die Stadt ein. Sultan Abu Yusuf (1269–1286) ließ außerhalb der Altstadt eine Kasbah errichten, von der nur die Moschee erhalten ist, dazu die erste von drei Medersen, die Meknès unter den Meriniden erhielt.
Bauwerke
Moulay Ismail machte Meknès zur Hauptstadt und ließ eine Residenzstadt im hispano-maurischen Stil anlegen; sie gilt als erstes großes Bauwerk der Alawiden-Dynastie. Nach Archnet ist diese Kasbah mehr als viermal so groß wie die Medina. Drei ineinanderliegende Mauerringe umschließen sie, der äußere ist 9 bis 12 Meter hoch, und innen lagen die Paläste Dar al-Kebira, Dar al-Madrasa und Ksar al-Mhanncha. Die UNESCO nennt für die Stadtmauern Höhen von bis zu 15 Metern.
Zur Residenzstadt gehörten Stallungen, weitläufige Kornspeicher und Wasserbecken. Das Becken Sahrij Souani misst 148,75 mal 319 Meter bei höchstens 1,20 Metern Tiefe; gefüllt wurde es ursprünglich über zehn Schöpfräder im benachbarten Gebäude. Ein großer andalusischer Garten zwischen den Palästen wurde aus dem Agdal-Becken bewässert.
Hauptzugang zur Residenzstadt war das Bab Mansour am Platz el-Hedim. Moulay Ismail gab das Tor in Auftrag, vollendet wurde es 1732 unter seinem Sohn Moulay Abdallah. Der Ziegelbau ist fast 30 Meter breit; ein Hufeisenbogen von rund 6,5 Metern Spannweite wird von zwei quadratischen Bastionen mit Marmorsäulen flankiert, und Schmuckfelder in Grün und Weiß überziehen die Fassade.
Das Mausoleum Moulay Ismails liegt südlich des Palastbereichs Dar al-Kebira. Archnet datiert den Bau auf 1703; sein Sohn Ahmad ad-Dhahabi ließ ihn verändern. Drei verbundene Grabkammern folgen dem Vorbild der Saadiergräber in Marrakesch, die mittlere mit zwölf Säulen birgt das Grab des Sultans, und grün glasierte Pyramidendächer decken alle drei.
Die UNESCO nahm die Historische Stadt Meknès 1996 nach Kriterium iv in die Welterbeliste auf. Hinter den Mauern mit neun Monumentaltoren stehen nach ihrer Beschreibung 25 Moscheen, zehn Hammams, Paläste, Speicher, Reste von Fondouks und Wohnhäuser aus almoravidischer, merinidischer und alawidischer Zeit. Einzelne Bauten stehen seit 1913 unter Denkmalschutz, und seit einer Wesirsverordnung von 1922 brauchen Bauvorhaben in der Altstadt eine Genehmigung.
Dar Jamaï ist ein Stadtpalast von 1882, der Mohamed Ben Larbi Jamaï gehörte, dem Großwesir Sultan Moulay Hassans I.; 1920 wurde er unter Denkmalschutz gestellt und als Museum eingerichtet. Nach mehrjähriger Restaurierung öffnete die Fondation nationale des musées das Haus am 23. März 2022 als erstes Nationalmuseum der Musik, mit mehr als hundert Instrumenten aus amazighischer, andalusischer, hassanischer und volkstümlicher Tradition.
Zur Präfektur Meknès gehört Volubilis am Fuß des Jbel Zerhoun: im 3. Jahrhundert v. Chr. als mauretanische Hauptstadt gegründet, später Außenposten des Römischen Reichs und für kurze Zeit Hauptstadt von Idris I. Die 42 Hektar große Ausgrabungsstätte ist seit 1997 Welterbe, und im angrenzenden Moulay Idriss Zerhoun liegt das Grab des Dynastiegründers. Seit 2006 findet in Meknès die Landwirtschaftsmesse SIAM statt, deren 19. Ausgabe für den 19. bis 27. April 2027 angesetzt ist; an der Autobahn A2 hat die Stadt die Anschlussstellen Meknès-Ouest und Meknès-Est.
In Kürze
- Region
- Fès-Meknès, Präfektur Meknès
- Einwohner
- 551 503 (Gemeinde Meknès, 2024)
- Gegründet
- 1061 durch die Almoraviden
- Hauptstadt
- unter Moulay Ismail, 1672–1727
- Welterbe
- Historische Stadt Meknès, seit 1996
- In der Präfektur
- Volubilis, Welterbe seit 1997
Monate mit mildem Klima
Februar, März, April, Mai, September, Oktober. Monate mit mittleren Tageshöchstwerten zwischen 17 und 30 °C und weniger als 60 mm Niederschlag; Meknès (WMO 60150, 548 m, 1991–2020).
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