Sahara · Laâyoune-Sakia El Hamra
Tarfaya
27° 56′ N · 12° 56′ W
Tarfaya zählte 2024 11 030 Einwohner. Von Oktober 1927 bis Ende 1928 leitete Antoine de Saint-Exupéry hier, damals Cap Juby, den Flugplatz der Luftpostlinie von Casablanca nach Dakar; seit 2004 erinnert ein Museum der Aéropostale an ihn.
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Lage
Tarfaya liegt an der Atlantikküste und ist über die Nationalstraße 1 mit Agadir im Norden und Laâyoune im Süden verbunden. Die Stadt gehört zur Provinz Tarfaya in der Region Laâyoune-Sakia El Hamra. 2024 zählte die Gemeinde 11 030 Einwohner, 70 Prozent der 16 228 Einwohner der Provinz; 2014 waren es 8027, ein Wachstum von im Mittel 3,2 Prozent im Jahr.
Geschichte
1879 gründete der britische Händler Donald Mackenzie am Kap Juby die Handelsniederlassung Port Victoria. 1882 entstanden dort Bauten aus Stein: ein Haus an Land und ein festes Gebäude auf dem Riff vor der Küste, die Casa del Mar. 1895 ging die Niederlassung an die marokkanische Regierung über.
Der Flugplatz von Cap Juby war eine Zwischenlandestelle der Compagnie Latécoère auf der Strecke von Casablanca nach Dakar; 1925 baute Francisco Cervera neben dem spanischen Fort zwei Hangars für die Gesellschaft. Von Oktober 1927 bis Ende 1928 leitete Antoine de Saint-Exupéry den Platz und hatte Piloten zu Hilfe zu kommen, die in der Wüste verschollen waren. Im Fort von Cap Juby schloss er seinen Roman „Courrier Sud“ ab.
Das Musée de l'Aéropostale, auch Musée Antoine de Saint-Exupéry genannt, wurde 2004 eröffnet und ist in der Maison de l'Initiative untergebracht. Vor dem Museum steht ein Denkmal in Gestalt einer Breguet 14. Die Piste des alten Flugplatzes ist jedes Jahr Station der Rallye von Toulouse nach Saint-Louis im Senegal. 2024 wurden die Casa del Mar und das Flugfeld Saint-Exupéry in die Liste des nationalen Kulturerbes aufgenommen (Erlass Nr. 1133.24).
Wirtschaft
1958 kam Tarfaya zu Marokko zurück. Der Bau des Fischereihafens begann im September 1976 und wurde im Juni 1979 abgenommen; ein zweiter Abschnitt folgte ab 1980 in 16 Monaten, 1997 kam eine Buhne gegen die Versandung hinzu. Die Hauptmole ist 1140 Meter lang. Von den 432 Metern Kai dienen 218 der Fischerei und 214 Meter bei 6 Metern Tiefe dem Handel, dazu kommt eine 16 Meter breite Ro-Ro-Rampe; das Gelände umfasst 25 Hektar Land und 17 Hektar Wasserfläche. Genutzt wird der Hafen von der Küsten- und der handwerklichen Fischerei.
Seit dem 8. Dezember 2014 ist der Windpark von Tarfaya mit 301 Megawatt in kommerziellem Betrieb: 131 Windkraftanlagen zu je 2,3 Megawatt auf 8900 Hektar. Gebaut wurde er ab Januar 2013 von der Tarfaya Energy Company (TAREC), die je zur Hälfte GDF Suez (heute Engie) und Nareva gehört; den Strom kauft das Office National de l'Électricité et de l'Eau Potable über 20 Jahre.
Natur
Rund 70 Kilometer nördlich von Tarfaya liegt die Lagune von Khnifiss. Seit dem 20. Juni 1980 ist sie unter dem Namen Baie de Khnifiss als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung eingetragen; das Gebiet umfasst 26 310 Hektar mit Lagune, Salzflächen, Klippen und Dünen. Es ist ein Rastplatz für Zugvögel auf der ostatlantischen Route, und hier lebt unter anderem die Marmelente.
Klima
Das Klima ist sehr trocken: An der Station Laâyoune, der nächstgelegenen mit WMO-Klimanormalen, fallen im Mittel 48 Millimeter Niederschlag im Jahr. Die mittleren Tageshöchstwerte reichen von 22,7 Grad im Januar bis 31,0 Grad im August.
In Kürze
- Region
- Laâyoune-Sakia El Hamra
- Provinz
- Tarfaya, 16 228 Einwohner (2024)
- Einwohner
- 11 030 (2024)
- Nationales Kulturerbe
- Casa del Mar und Flugfeld Saint-Exupéry, seit 2024
- Ramsar-Gebiet
- Baie de Khnifiss, seit 1980, 26 310 ha
Monate mit mildem Klima
Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, Oktober, November, Dezember. Monate mit mittleren Tageshöchstwerten zwischen 17 und 30 °C und weniger als 60 mm Niederschlag; Laâyoune (WMO 60033, 64 m, 1991–2020).
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Geprüft am 24. Okt. 2026. Jede Zahl im Text öffnet ihre Quelle.