Mittlerer Atlas · Béni Mellal-Khénifra
Khénifra
auch Khénifra
32° 56′ N · 5° 40′ W
Khénifra liegt am Oum Er-Rbia in den westlichen Vorbergen des Mittleren Atlas; 1688 ließ Sultan Moulay Ismaïl hier eine Kasbah und eine Brücke bauen. Die Gemeinde zählte 2024 genau 123 738 Einwohner.
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Lage
Die Gemeinde Khénifra gehört zur gleichnamigen Provinz in der Region Béni Mellal-Khénifra, deren Hauptort Béni Mellal ist. Die Stadt liegt in den westlichen Vorbergen des südlichen Mittleren Atlas am Oum Er-Rbia. Für ihre Höhe nennt das Haut-Commissariat au Plan 842 Meter, die Encyclopaedia Britannica etwa 1000 Meter.
Bei der Volkszählung 2024 zählte die Gemeinde 123 738 Einwohner, die Provinz 370 240. In der Provinz gaben 54,3 Prozent der Bewohner Amazigh als Muttersprache an und 45,6 Prozent Arabisch; auf dem Land lag der Anteil des Amazigh bei 80,3 Prozent, in den Städten bei 40,8 Prozent.
Geschichte
Ursprünglich war der Ort das Winterlager der Aït Affi, eines Zweigs der Zaïane, einer Gruppe von Amazigh-Nomaden der Gegend. 1688 gewann er an Bedeutung, als der alawidische Sultan Moulay Ismaïl hier eine Kasbah und eine Brücke errichten ließ. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts richtete Moha ou Hammou Zayani, den der Sultan zum Gouverneur der Stämme der Gegend ernannt hatte, an dieser Stelle einen Markt ein und ließ später die Stadt Khénifra anlegen.
Wirtschaft
Die Menschen im Umland sprechen überwiegend Tamazight; viele gehören zu den halbnomadischen Zaïane, halten Schafe und bauen Getreide an. Auf die Provinz Khénifra entfallen 26,4 Prozent der Schafe der Region Béni Mellal-Khénifra. Sie besitzt 250 197 Hektar Naturwald, gut 29 Prozent der Waldfläche der Region, und lieferte 2019/20 mit 8757 Kubikmetern das gesamte Bauholz der Region.
Natur
Der Nationalpark Khénifra wurde 2008 gegründet, umfasst mehr als 80 000 Hektar und liegt vollständig im Biosphärenreservat Cèdre de l'Atlas. Zu den Vorhaben der Agence Nationale des Eaux et Forêts im Park gehört die Erschließung des Sees Aguelmam Azegza für den Naturtourismus. In der Gegend von Khénifra sieht ein Programm für die Jahre 2023 bis 2027 die Verjüngung und Aufforstung von 1300 Hektar vor, vor allem mit Zedern und Steineichen.
Das Biosphärenreservat Cèdre de l'Atlas wurde 2016 anerkannt und umfasst 1 375 000 Hektar im zentralen Atlas. In ihm wachsen 75 Prozent aller Atlaszedern der Welt; daneben kommen Rundblättrige Eiche und Strandkiefer vor, und zu den Tieren gehören Berberaffe, Serval und Cuvier-Gazelle.
In den Provinzen Ifrane und Khénifra liegt das Ramsar-Gebiet Aguelmams Sidi Ali–Tifounassine, 1060 Hektar groß und seit dem 15. Januar 2005 eingetragen. Es umfasst drei hoch gelegene Feuchtgebiete zwischen 1900 und 2100 Metern, die von Schneeschmelze und Quellen gespeist werden, und ist Überwinterungsgebiet für Zugvögel wie Rostgans und Kammblässhuhn.
Kultur
In Ajdir in der Provinz Khénifra hielt König Mohammed VI. أيده الله (möge Allah ihm beistehen) am 17. Oktober 2001 die Rede, mit der er den Dahir zur Gründung des Institut Royal de la Culture Amazighe besiegelte. Zum 25. Jahrestag der Rede und der Gründung des Instituts veranstaltete das IRCAM 2026 an seinem Sitz eine Reihe kultureller, wissenschaftlicher und künstlerischer Veranstaltungen.
In Kürze
- Region
- Béni Mellal-Khénifra, Provinz Khénifra
- Einwohner
- 123 738 (Gemeinde, 2024)
- Provinz
- Khénifra, 370 240 Einwohner (2024)
- Höhe
- 842 m bis etwa 1000 m
- Nationalpark
- Khénifra, seit 2008
- Biosphärenreservat
- Cèdre de l'Atlas, seit 2016
- Ramsar-Gebiet
- Aguelmams Sidi Ali–Tifounassine, 1060 ha, seit 2005
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